Lagerung
Das A und O der Lagerung ist die Luftfeuchtigkeit. Deshalb ist der erste Schritt die Anschaffung eines Hygrometers.
Die Luftfeuchtigkeit sollte nie unter 35 % liegen. Im gut beheizten Wohnraum kann sie schnell darunter liegen. Besondere Extreme dieser Art gibt es in Räumen mit Fußbodenheizung. Auch die eigenen Bronchien leiden darunter. Mit vielen Zimmerpflanzen kann man eine gewisse Abhilfe schaffen. Gut geeignet sind Verdunster an Heizkörpern. Leider wird oft vergessen, diese mit Wasser aufzufüllen. Bei gewissenhaften Orgelfreunden habe ich auch schon ganz gezielt aufgestellte Wasserbehälter unter der Orgel gesehen. Diese schaffen wirkungsvoll ein gewisses Kleinklima, das sehr hilfreich für die Orgel ist.
70 % Luftfeuchtigkeit darf auch nicht wesentlich überschritten werden. Jede Orgel hat auch Metallteile, die unter extremen Bedingungen schnell oxidieren und die Mechanik zuerst schwergängig machen und später weitere Schäden erleiden.
täglich
Die beste Pflege Ihrer Drehorgel ist, sie täglich mindestens 1x zu spielen. Sie werden merken das Material schwingt ein. Ein Vorgang, den man wissenschaftlich kaum erklären kann und Sie bekommen ein immer vertrauteres Verhältnis zu dem Instrument und der Musik, die Sie intonieren.
Holterdipolter
Der größte Feind Ihrer Drehorgel sind Schläge und Stöße. Mein extremster Kunde orgelt in Portugal und fährt seine Orgel in einem Moped-Anhänger durch die Algarve. Er müsste permanent in meiner Werkstatt sein. Viele Teile der Pfeifen werden durch "Presspassungen" gehalten. Bei starken Erschütterungen verlieren diese an Wirkung. Es muss nicht gleich son extrem sein, doch das wunderschöne Pflaster Ihrer Fussgängerzone beim Karnevalsumzug kann die Orgel hochgradig belasten. Deshalb rate ich immer zu einem luftbereiften Drehorgelwagen und beim PKW-Transport, die Orgel auf einen Sitz zu stellen.
Wind und Wetter
Die Drehorgel ist ein Straßenmusikinstrument, trotzdem ist es notwendig es vor Hitze und Nässe zu schützen. Die Orgeln vertragen keinen Regen und müssen vor Regen geschützt werden. Sollte die Orgel doch ein paar Tropfen abbekommen haben, muß der eventuelle Kunststoffschutz (Staubhülle) im Trockenen schnellstmöglich entfernt werden. So kann die Orgel schnell wieder abtrocknen.
Ja, der Sonnenschein
Lagern Sie Ihre Orgel in der warmen Jahreszeit nicht im Auto. Hier treten Temperaturen bis zu 80°c auf. Das mag kein Musikinstrument. Ist es doch einmal passiert, braucht die Orgel eine längere Ausgleichzeit (ca. 1 Std.) bis sie gespielt werden darf. Jedes Jahr habe wir Instrumente in der Sommerzeit in der Werkstatt, deren Besitzer diese Notwendigkeit nicht beachtet haben: Durch die große Hitze wird auch sythetischer Schmelzkleber weich und bei Belastung des Balges platzt dieser, wie die Blase unter einem Eierkuchen. Ich verwende deshalb weder Kunstleder noch Schelzkleber für den Balg. Eine Balgreparatur ist immer sehr kostenintensiv.
Trauerfall
Lebensumstände können dazu führen, dass die Lust fehlt fröhliche Drehorgelklänge zu hören. Schade. Aber vielleicht kommt sie ja wieder, die Lust an Drehorgelklängen. Lagern Sie in der Zwischenzeit die Orgel weder im Keller noch auf dem unisolierten Dachboden.
Dachboden- und Kellerfunde spülen mir viel Geld in die Kasse, weil die Orgeln dadurch sehr schnell sehr reparaturbedürftig werden. Extratipp: Spielen Sie mindestens 1x im Monat 10 Minuten die Orgel. So kann das Instrument durchatmen und Holzwürmer werden auch vertrieben (langjährige Beobachtung).
