Tipps zur Pflege des Instruments durch Laien
Ölen + Schmieren
Bei manchen alten Orgeln habe ich den Eindruck, die Orgelspieler wollten der Orgel die "Letzte Ölung" geben. Heute sind die Orgeln an vielen Lagern mit wartungsfreien Lagern versehen, die viele Jahre ihren Dienst tuen. Lediglich an den Pleuel sollte bei Schwergängigkeit 1 Tropfen Öl aufgebracht werden. Noch bessere Wirkung hat Staufferfett, aber dazu muss das Auge der Pleuelstangen u.U. etwas geöffnet werden, damit das Fett zwischen Holzpleuel und Metallkurbelwelle dringt. In jedem Falle nur wenig Schmiermittel verwenden.
Noch sparsamer verwende man Fett zum Schmieren der Aufleger bei Notenrollen-Drehorgeln.
Reperatur der Treibriemen
Leider altern alle Treibriemen und verlieren die notwendige Adhäsion (Oberflächenhaftung). Um die Nutzungszeit etwas zu strecken kann man Riemen kürzen. Es muss also ein kurzes Teilstück heraus geschnitten und beide Enden wieder verbunden werden.
Leider funktioniert diese Vulkanisierung nicht bei GUMMI. Zu erkennen ist das Material an der Farbe. Als Rundriemen wird meines Wissens nur schwarzer Gummi verwendet.
Für ein paar Euro liefert Ihnen Meterware von vulkanisierbarem Rundriemen. Diese haben obendrein den Vorteil, dass der Riemen ohne Demontagen von Wellen u.a. eingebaut werden kann: Nachdem man nach alten Riemen die Länge des neuen Riemens zugeschnitten hat, fädelt man die offenen Riemenende um die Achsen, ohne den Riemen bereits auf die Riemenscheiben aufzulegen. Das macht man dann erst, wenn der Riemen -wie auf den Bildern erkennbar- verbunden wurde.
Riemen am Bügeleisen anschmelzen
Beide Riemenenden zusammenfügen
Wartung von Notenbandorgeln
Wartung des "Geschlossenen Systems" - Notenbandorgel mit "Fenster" ( Hersteller z.B. Bacigalupo, Bruhns, Schlemmer) Bei diesem System liegt die Musikrolle in einem geschlossenen Kasten mit einem winddicht schließendem Fenster. Das Notenpapier gleitet über den Gleitblock (Klaviaturleiste). Bei Stanzungen strömt Wind in die entsprechende Bohrung des Gleitbocks und bläst so eine Membrane (kleiner Balg) auf, die das Tonventil betätigt (Manchmal hat es noch ein pneumatisches Relais dazwischen). Umweltschmutz, aber größtenteils Papierabrieb wird konstruktionsbedingt in die empfindliche Pneumatik geblasen und setzt diese mit der Zeit zu. Deshalb ist es ratsam regelmäßig den Gleitblock intensiv mit einem guten Staubsauger auszusaugen.
Jedoch darf man den Gleitblock keinesfalls ausblasen. dabei würden die Membranen zerstört.
Windlade einer Walzenorgel (oben)
Windlade geschlossenes System -pneumatisch- (unten)
